
The pilgrimage is a quest that should lead to a destination, to enlightenment, whereby the route is just as important as the destination. And this music reflects the thoughts, the meditations and the openings that walking can bring. It's very spiritual. And very beautiful.” Le Soir (Belgien, 11/2024)
The connection between sacred music and jazz, between Orient and Occident, between jazz and classical music is a pure feast for the ears with these three soloists. Music that pulsates evenly, vibrates harmoniously and thus translates a differentiated perception of life into collective sound. KultKomplott 12/2024
Steinmetz's playing on the soprano saxophone and the guitarist's sensitively plucked solos are particularly beautiful. Jazz Podium 11/2024
Man muss es als eine glückliche Fügung des Himmels bezeichnen, dass diese drei Musiker zusammengefunden haben: Am Kontrabass der Schwede Anders Jormin, einer der wichtigsten Tieftöner der europäischen Jazz-Szene mit acht Alben als Bandleader für ECM und einer prallvollen künstlerischen Vita mit Touren und Aufnahmen an der Seite von Legenden wie Elvin Jones, Albert Mangelsdorff, John Taylor, Joe Henderson, Lee Konitz oder Kenny Wheeler. An der Gitarre Arne Jansen, der zweifach mit dem „ECHO Jazz“ ausgezeichnete Berliner, der mit dem senegalesischen Orchestra Baobab, dem Cellisten Stephan Braun oder Jazzanova spielte und dessen Duo-Aufnahme mit Nils Wülker unlängst sogar auf Platz 15 der deutschen Pop-Charts kletterte. Am Saxofon der in Regensburg lebende Uwe Steinmetz, der sich neben seiner Zusammenarbeit mit u.a. Joe Maneri oder Tord Gustavsen einen Namen als Komponist für die NDR Bigband oder das Fitzwilliam String Quartet machen konnte.
Erstmals trat das deutsch-schwedische Trio 2016 in der Kathedrale in Göteborg im Rahmen eines nordischen Kirchenmusikfestivals auf. Sofort war klar, dass es eine spezielle Verbindung zwischen den drei Musikern gibt. Eine in dieser Form nicht oft zu beobachtende Gleichgestimmtheit, die auch die gemeinsame Tournee des Trios im Herbst 2022 prägte – und im besonderen Maße das Abschlusskonzert in der Waldkirche am Timmendorfer Strand am 22. Oktober.
Nicht umsonst trägt das aus dem Live-Mitschnitt entstandene Album nun den Titel „The Pilgrimage“. Zum einen, weil es mit „La Peregrinacion“ beginnt, einem Pilgerlied des Argentiniers und „Misa Criolla“-Komponisten Ariel Ramirez. Zum anderen, weil Jansen, Jormin und Steinmetz in ihren zwischen Jazz, Klassik, nordischer und außereuropäischer Folklore wandelnden Stücken den Urgründen eines universellen menschlichen Phänomens nachspüren. „Pilgerfahrten sind Bestandteil aller großen Religionen in der Welt“, sagt Bassist Jormin. „Ich denke, als Musiker ist es dein Ziel, Kontakt zu diesem tieferen Sinn herzustellen. Im besten Fall ist man ein Gefäß dafür, ein Resonanzboden, der mit dem Publikum und den anderen Musikern schwingt“, ergänzt Gitarrist Jansen.
Dass es dem Trio auf „The Pilgrimage“ so hervorragend gelingt, das Innere der Zuhörenden zum Klingen zu bringen, liegt auch an der speziellen Beschaffenheit der gespielten Kompositionen. Hinter jedem Stück verbirgt sich eine höchst persönliche Geschichte, die die Weltläufigkeit der drei Musiker reflektiert. Das gilt im besonderen Maße für den Berliner Saxofonisten Steinmetz, auf dessen Initiative sich das Trio 2016 formierte. Steinmetz ist ein unermüdlicher Wanderer auf der Suche nach den Verbindungslinien zwischen sakraler Musik und dem Jazz, dessen Studien ihn praktisch einmal rund um die Welt geführt haben. Von ihm stammt unter anderem das auf einem Morgen-Raga basierende „The Promise“, das unter dem Eindruck eines Indien-Aufenthalts entstand, und das ostinat tänzelnde „New Flower“. Letzteres schrieb Steinmetz, als er 2008 in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba unterrichtete und das Gefühl von Optimismus in einem Land einfangen wollte, das schon bald in Bürgerkriegsunruhen versinken sollte. „Dieses Stück erinnert mich daran, wie wichtig es ist, den Moment zu feiern“, erklärt der Komponist, der bei der Live-Darbietung der Nummer ausgesprochen intensive Linien auf seinem Sopran bläst.
Die Wurzeln von „He Who Counts the Stars“ aus der Feder Jansens liegen wiederum in Usbekistan. Die ätherisch schwebende Klangerzählung wurde von dem im 15. Jahrhundert erbauten Observatorium von Ulug Beg inspiriert, das der Berliner Gitarrist während einer Konzerttour nach Samarkand besucht hatte. Gleichzeitig stand bei der Entstehung der Komposition auch der Este Arvo Pärt Pate, dessen musikalische Auseinandersetzungen mit der Liturgie das Spiel des Trios einfärben wie ein durch ein buntes Kirchenfenster dringender Frühlingssonnenstrahl. Dem soulig-gospeligen „Deep Wood“ liegt ebenfalls eine besondere Geschichte zugrunde: der unverhoffte Besuch der Wallfahrtskirche Madonna d’Ongero in den Wäldern über Lugano, die den Hermann-Hesse-Fan Jansen als einer der Schauplätze von „Klingsors letzter Sommer“ tief berührte.
Die Stücke, die der Mann am Bass mit ins Trio-Repertoire brachte, zeugen von den immensen Erfahrungen, die Anders Jormin während seiner 50 Jahre währenden Karriere an der Seite von Künstlern wie Don Cherry, Bobo Stenson oder Charles Lloyd machen durfte. Das nordkoreanische Volkslied „Red Flower“ lernte Jormin bei einer Konzertreise nach Pjöngjang kennen, als es ihm eine schüchterne Museumswärterin vorsang. „Ich versuche, es auf dem Bass nachzusingen“, beschreibt Jormin bescheiden seine Nachempfindung des Songs auf „The Pilgrimage“, die – wie der ganze Auftritt – von seiner phänomenalen Tongestaltung auf dem Bass geprägt wird. Auch mit Krzysztof Komedas „Sleep Safe And Warm“ verbindet Jormin prägende Erinnerungen. Er habe die Ballade regelmäßig an der Seite des Trompeters Tomasz Stanko gespielt, erzählt der Schwede. Bei Konzerten in der polnischen Heimat des viel zu früh verstorbenen Komeda habe das Stück regelrechte Gefühlsexplosionen im Publikum ausgelöst.
„Ich würde sagen, dass ich in meiner künstlerischen Existenz immer nach Musik gestrebt habe, die spirituell ist. Ich möchte mich in meiner Arbeit dem Geist, der Wärme und der Menschlichkeit widmen“, sagt Jormin. Besser lässt sich das Credo dieses außergewöhnlichen Trios nicht auf den Punkt bringen.
You have to call it a lucky coincidence that these three musicians have come together: On bass Anders Jormin from Sweden, one of the most important bass players on the European jazz scene of the European jazz scene with eight albums as bandleader for ECM and a rich artistic resume with tours and recordings alongside legends such as Elvin Jones, Albert Mangelsdorff, Charles Lloyd, John Taylor, Joe Henderson, Lee Konitz and Kenny Wheeler. On the guitar Arne Jansen, the two-time "ECHO Jazz" award-winning musician from Berlin who played with the Senegalese orchestra Baobab, cellist Stephan Braun and Jazzanova and whose duo recording with Nils Wülker recently even climbed to number 15 in the German pop charts. On the saxophone Regensburg-based Uwe Steinmetz, who in addition to his collaboration with Joe Maneri, Mads Tolling and Tord Gustavsen, among others, has made a name for himself as a composer for Ensembles such as Eric Ericson Chamber Choir, the NDR Bigband and the Fitzwilliam String Quartet.
The German-Swedish trio performed for the first time in 2016 in the Gothenburg Cathedral as part of a Nordic church music festival. It was immediately clear that there was a special connection between the three three musicians. A harmony that is not often observed in this form that also characterized the trio's joint tour in the autumn of 2022 - and in particular the final concert in the Waldkirche on Timmendorfer Strand on October 22.
It is no coincidence that the album created from the live recording is now entitled title "The Pilgrimage". On the one hand, because it begins with "La Peregrinacion"
a pilgrimage song by the Argentinean and "Misa Criolla" composer Ariel Ramirez. On the other hand, because Jansen, Jormin and Steinmetz trace the origins of a universal human phenomenon in their pieces, which oscillate between jazz, classical music, Nordic and non-European folklore. Pilgrimages are part of all the great religions in the world," says bassist Jormin. "I think as a musician, your goal is to make contact with that deeper meaning. At best, you are a vessel for it, a sounding board that resonates with the audience and the other musicians," adds guitarist Jansen.
The fact that the trio succeeds so brilliantly in making the listener's inner self resonate on "The Pilgrimage" is also due to the special nature of the compositions played. Behind every piece is a highly personal story that reflects the cosmopolitan nature of the three musicians. This is especially true for the Berlin saxophonist Steinmetz, on whose initiative the trio was formed in 2016. Steinmetz is a tireless wanderer in search of the connecting lines between sacred music and jazz, whose studies have taken him practically around the world. His works include "The Promise", which is based on a morning raga and was written under the influence of a stay in India, and the ostinato-dancing "New Flower". Steinmetz wrote the latter when he was teaching in the Ethiopian capital Addis Ababa in 2008 and wanted to capture the feeling of optimism in a country that would soon be engulfed in civil unrest. "This piece reminds me of the importance of celebrating the moment," explains the composer, who blows distinctly intense and virtuosic lines on his soprano during the live performance of this piece.
The roots of "He Who Counts the Stars", written by Jansen, lie in Uzbekistan. The ethereal, floating sound narrative was inspired by the observatory of Ulug Beg, built in the 15th century, which the Berlin guitarist visited during a concert tour to Samarkand. The composition was also inspired by the Estonian composer Arvo Pärt, whose musical explorations of the liturgy color the trio's playing like a ray of spring sunlight shining through a colorful church window. The soulful, gospel-like "Deep Wood" is also based on a special story: the unexpected visit to the Madonna d'Ongero pilgrimage church in the woods above Lugano, which deeply touched Hermann Hesse fan Jansen as one of the settings of "Klingsor's Last Summer".
The pieces that the man on the bass brought to the trio repertoire bear witness to the immense experiences that Anders Jormin has had during his 50-year career alongside artists such as Don Cherry, Bobo Stenson and Charles Lloyd. Jormin became acquainted with the North Korean folk song "Red Flower" during a concert tour to Pyongyang, when a shy museum attendant sang it to him. "I try to sing it on the bass," Jormin modestly describes his interpretation of the song on "The Pilgrimage", which - like the entire performance - is characterized by his phenomenal sound design on the bass. Jormin also has formative memories of Krzysztof Komeda's "Sleep Safe And Warm". He regularly played the ballad alongside trumpeter Tomasz Stanko, says the Swede. At concerts in the Polish homeland of Komeda, who died far too young, the piece triggered veritable explosions of emotion in the audience. "I would say that in my artistic existence I have always strived for music that is spiritual. I want to dedicate my work to spirit, warmth and humanity," says Jormin. There is no better way to sum up the credo of this extraordinary trio.